Lebenswandlung

„Alle denken nur darüber nach, wie man die Menschheit ändern könnte, doch niemand denkt daran, sich selbst zu ändern“ (Tolstoi)

Seit inzwischen 18 Jahren bin ich als medizinische Fachangestellte tätig, sowohl in unterschiedlichsten Fachrichtungen als auch Regionen in Deutschland. Doch meine berufliche und damit auch teilweise einher gehende persönliche Zufriedenheit hat mich nie 100% erfüllt – zu vieles was im beruflichen Alltag immer weiter an Bedeutung verliert. So ist heute beinahe alles Akkordarbeit, Stress beherrscht jede Sekunde des Tages, kaum Momente der Ruhe und der Erfüllung finden noch Einzug in meine Gedanken. Gerade ältere Menschen, deren soziale Kontakte häufig rar gesät sind, müssen durch „Druck von oben“ zügig wieder ihrer Wege geschickt werden, Ängste und Sorgen werden durch lange Wartezeiten nicht ernst genommen und das Wort „Hilfe“ nimmt an Bedeutung immer mehr ab, wird ersetzt durch Effektivität, Zeitmanagment, versierte Abrechnungspraktiken und vieles mehr.

Als ich dann im vergangenen Jahr Ende November den berühmten letzten Tropfen in mein Faß bekam, riss es mir den Boden unter den Füßen weg. Statt mir immer weiter zu sagen „du musst funktionieren“, „du hast keine Wahl“, „es ist wie es ist“, habe ich die Vollbremsung nach kurzer Zeit angenommen, mir selbst Hilfe gesucht und begonnen, meinen Weg neu zu definieren.

Dass ich weiterhin Menschen helfen möchte stand außer Frage, jedoch musste sich der Rahmen radikal ändern, mehr Selbstbestimmung ist nun eine Grundvoraussetzung. Kein warten mehr darauf, das sich die Umwelt ändert.

Gepaart mit meinem seit sehr vielen Jahren praktizierten Interesse an Phytotherapie für Mensch und Tier, hat sich meine neue Wegabzweigung schnell deutlich heraus kristallisiert: ein Studium zum Heilpraktiker.

Durch meine immer noch vorhandene Burn-out Erkrankung oft nicht einfach und sicherlich auch nicht immer „in time“, so gibt mir das Studium täglich eine greifbare neue Perspektive!

 
Autor: Stephanie van de Sandt